Monochrom Look in Tunika „Elle“

Es gibt einen neuen Stern am Schnittmusterhimmel. Elke von Ellepuls ist zwar kein Newbie mehr unter den Designern, aber mit ihrem neuen Schnittmuster – der Tunika „Elle“ – hat sie bei mir voll ins Schwarze getroffen. Das heißt ihr könnt davon ausgehen, es ist absolut kein 0815 Teil.

 

 

 

 

 

 

Die Tunika ist ein echtes Highlight. Nicht nur schnitt- sondern auch nähtechnisch. Sie kommt mit vielen kleinen Details daher, wie zum Beispiel Ärmelmanschetten, einer verdeckten Knopfleiste und Saumbelegen. Bei dieser Tunika kann man schnell mal seine Nähkenntnisse um ein paar Tricks erweitern. Zwar ist die Tunika nicht mal schnell in zwei Stunden genäht. Dafür muss man aber kein Profi sein, denn die Anleitung ist komplett bebildert und leicht verständlich geschrieben.

Elke empfiehlt für das Schnittmuster Blusen- und Baumwollstoffe bzw. Leinen. Bei letzterem war ich mir sehr sicher, dass ich die Tunika nicht anziehen werde. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass irgendwie ein Muster her muss. Sonst würde ich mich wie in einen Sack gesteckt fühlen. Leinenstoffe kommen ja meistens in uni daher .Bei den Blusenstoffen wurde ich dann online zwar fündig, war letztendlich aber doch zu faul zum bestellen.

Da ich mich wirklich nicht überwinden konnte, blieb also nur die geräuberte Stoffkiste nach etwas Brauchbarem zu durchforsten. Diese Faulheit war für mich bei diesem Projekt ein echter Motor für die Kreativität. Ich habe mich so dazu gebracht mich selbst und das Schnittmuster herauszufordern. Denn eines gibts in meinem Nähzimmer seit dieser Aufräumaktion nicht mehr – Meterhohe Stoffvorräte.

Ich hatte noch einen Meter Viskose, der vor Ewigkeiten eigentlich ein Shirt werden sollte. Damit war gerade mal so die Hälfte des benötigten Stoffverbrauchs gedeckt. Ein kleines Stückchen von dem tollen schwarz-weiß gestreiften Seidenstoff von meinen Lieblingsshirt war der nächste Fund. Große Teile waren nicht mehr daraus zu bekommen. Aber ich war dennoch froh, dass dieses Traumstöffchen noch einmal zum Einsatz kam. Ich entschied mich also für gestreifte Schulterpassen. Für die innere Passe hatte ich noch einen einfachen weißen Baumwollstoff.

Alle Details wie Brusttasche, Manschetten, Kragen- und Knopfleiste sowie die Belege habe ich aus einem Rest schwarzer Seide herausschneiden können. Diese hatte ich noch von dem Shirt übrig, das ich zur Dolce-Vita Bluse genäht habe. Die Seide hat das ganze Projekt zu einer fummeligen Angelegenheit gemacht, wo ich oftmals nur mit dem guten alten Heftfaden zum Ergebnis gekommen bin. Eine ganz schöne Umstellung, wo ich mich schon so an das schnelle Arbeiten mit der Industrienähmaschine gewöhnt habe.

Bis hierhin war die Tunika noch immer ärmellos. Die Stoffsuche ging also weiter. Von den schwarz-weißen Stoffen war nicht mehr viel übrig. Alles andere was mein Vorrat sonst noch so hergab waren Mantelstoffe, diverses in zitronengelb, mit Blümchen und weitere bunte Reste. So richtig passen wollte aber nichts davon. Das hieß es blieb nur noch eine letzte Möglichkeit – das Schnittmuster in kleinere Teile zu zerstückeln. An dieser Stelle kam der hautfarbene Tüll zum Einsatz, den ich mal für das Haute Couture Sommerkleid bestellt hatte.

Falls Du jetzt auch Lust hast auf diesen Schnitt, habe ich ein paar Stoffvorschläge* für dich zusammengestellt. Und Hier gehts zum Schnittmuster.

Lieben Gruß,

* Julia

 

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Folge:

8 Kommentare

  1. Mai 4, 2017 / 6:46 am

    Liebe Julia, wie gut, dass du keinen Stoff bestellt hast. Das Ergebnis ist der Hammer. Meine Erfahrung ist auch, dass nicht der Überfluss, sondern die Einschränkung die Kreativität anregt. Wenn man mit dem auskommen muss, was da ist, entstehen plötzlich ganz neue Ideen. Ich danke dir sehr für dieses tolle Designbeispiel.
    Liebe Grüße,
    Elke

  2. Mai 4, 2017 / 1:12 pm

    So eine coole Idee mit den durchsichtigen Einsätzen!!! Das ist echt mega:o)
    Sie steht dir auch total gut:o)
    Glg Kirsten

  3. Mai 4, 2017 / 6:41 pm

    Eine tolle Stoffkombination hast du dir da zusammengestellt. Die Tunika schaut klasse aus.
    Lg Iris

  4. Anonym
    Mai 5, 2017 / 6:53 am

    Das nenne ich mal kreative Stoffresteverwertung! Auch wenn mir andere Versionen von dieser Tunika auch ganz gut gefallen, mag ich deine am Liebsten! Allein schon die Ärmel… Toll!

    LG Katrin

  5. Mai 5, 2017 / 11:23 am

    Großartige Idee, den Tüll einzusetzen = wunderbare Tunika!
    Liebe Grüße,
    Sandra

  6. Mai 9, 2017 / 8:56 pm

    Und wieder ein tolles Teil. Super gelöst. Herzlichen Glückwunsch zu diesem schicken Teil.
    Herzlichen Gruß Sylvia. Bei Dir gefällt mir die Tunika super gut. Da würde ich fast auch überlegen, sie zu nähen

  7. Mai 13, 2017 / 3:58 pm

    Ich finde deine Tunika grossartig!! es ist wahre kunst,was du aus dem schnitt gemacht hast.
    ich muss zu dem auch noch sagen,dass bisher keine version vom shcnitt auch in der passform so überzeugt hat bis du es genäht hast 🙂
    Richtig beendruckt hast du mich mit origineller stoffeinsatz-lösung! sehr ausergewöhnlich, sehr hübsch! ein designer-stück. du hast den schnitt richtig aufgewertet!

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