Dienstag, 4. April 2017

Neues von der h+h cologne Handarbeitsmesse


Enthält Produktplazierungen - Letztes Wochenende fand in Köln die größte Handarbeitsmesse h+h cologne in Deutschland statt und ich war mittendrin. Ich hab so viele Eindrücke und neue Projektideen vmit nach Hause genommen, die ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte. Es war wirklich spannend die Produkte live zu erleben und zu sehen, was es bald neues in den Läden gibt.


Eindrücke von der H+H Cologne Handarbeitsmesse 2017


Neben unzähligen Kurzwarenherstellern, darunter auch die bekannten Größen Prym, Clover und Co., waren natürlich auch etliche Stoffhersteller vertreten. Lillestoff hatte einen ganz tollen Stand wo sie ihre unzähligen Kinderstoffe gezeigt haben und aber auch ihre neue "for mig" Kollektion. Die finde ich ganz interessant, denn übersetzt bedeutet das "für mich" und richtet sich an die Mütter, die nun wieder mehr für sich selbst nähen möchten. Auch als nicht Mutter fallen mir gleich einige Projekte ein für die neuen Stoffe.

Auch Albstoffe waren mit den beliebten Hamburger Liebe Stoffen vertreten. Der absolute Renner ist momentan die Hipster Knit Kollektion. Die hatte ich schon mehrmals im Warenkorb, aber dann doch nicht bestellt. Auf der Messe konnte ich die Stoffe nun live begutachten.




Prym hatte einen rießigen Stand im tollen Design. Bei den Kurzwaren hat sich vor allem das Sortiment rund um das Selbermachen von Taschen und Accessoires vergrößert. Die Espadrilles gibt es jetzt in mehreren Varianten und für die Taschenliebhaber, gibt es nun mehrere Komplettsets und Anleitungen.

Prym Stand auf der H+H cologne Messe




Schön finde ich auch die neuen Aufbewahrungskoffer für Nähkram und Maschine.




Beindruckend ging es weiter zum nächsten großen Stand von Gütermann. Für mich immer als reiner Garnhersteller abgespeichert, musste ich hier feststellen, dass das schon lange nicht mehr zutrifft. Bei Gütermann gibt es unglaublich viele Baumwollstoffe, die sich untereinander gut kombinieren lassen. Dass sie nicht nur die Quilter in der Zielgruppe haben, konnte man eindrucksvoll bei der Modenschau sehen. Die Models tragen komplette Outfits aus den Stoffen von Gütermann.


Gütermann Stand auf der H+H cologne Messe

Gütermann Stand auf der H+H cologne Messe mit Stoffneuheiten

Modenschau der Initiative Handarbeit auf der H+H cologne


 

Mehr tolle Gütermann Stoffe*.


Auf der Messe haben sich aber nicht nur Händler getummelt, sondern auch einige bekannte Gesichert, wie Pingel-Inge, diverse "Geschickt eingefädelt" und "Sewing Bee" Teilnehmer und bekannte Gesichter aus der Nähbloggerszene. Sebastian Hoofs, Herren-Maßschneider und aktiv im hobbyschneiderin.net-Forum, hat ein gabs im Interview auf dem Talksofa zu sehen. Er hat dort sein neues Buch Infinity Fashion nicht nur vorgestellt, sondern gleich anschaulich am Model demonstriert.


Sebastian Hoofs auf dem Talksofa auf der H+H 2017



Sebastian Hoofs stellt sein Buch "Infinity Fashion" vor
Sebastian Hoofs stellt sein Buch "Infinity Fashion" vor


Ganz groß war auch Dawanda vertreten. Dort gab es ausgewählte Produkte von verschiedenen Händlern zu bewundern, die in tollen Wohnwelten dekoriert waren. Mir haben es besonders die Rießenstrick-Teile angetan.







Wusstet ihr übrigens schon, dass es mittlerweile bunte Schneidematten gibt? Das ging völlig an mir vorbei. Ich werde meine dröge grüne Matte demnächst mal gegen was Peppigeres austauschen.





Der Hersteller, bei dem ich am meisten schmunzeln musste, war übrigens Rico Design. Eigentlich Wollhersteller, aber was sie auf der h+h gezeigt haben, war echt der Knaller. Achtung Festhalten - Spülschwämme zum selber häckeln...
hahaha!!




Spülschwämme häkeln - Rico

Wers mal ausprobieren möchte...




Zu guter letzt war ich noch am Stand von Babylock. Dort habe ich meine liebe Desire-3 Kombimaschine gefühlt neu kennengelernt. Ich habe einige Tricks mit nach Hause genommen, die ich so noch nicht in der Anleitung entdeckt habe. Zum Beispiel können alle Babylock Kombimaschinen automatisch verknoten, wenn man am Ende einer Covernaht die Stichlänge auf 4 stellt. Da kann ich mir das lästige geknote ab jetzt sparen.

baby lock auf der h+h Köln 2017

Und was ich demnächst auch noch ausprobieren werde sind die verschiedenen Effektgarne, die babylock im Programm hat.



Der Messebesuch war wirklich ein absoluter Erfolg! Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr in Köln?

Liebe Grüße

* Julia

Mittwoch, 15. März 2017

Powderdays im Ski Onesie

Den Winter verbringe ich am liebsten auf Skiern. Da habe ich auch kein Problem damit, wenn es kalt ist und es schneit ohne Ende. Was in der Stadt eher nervig werden kann, bedeutet für mich auf dem Berg, je mehr umso besser.

Bei mehr als einem Hobby bleibt es dann nicht aus, dass sie irgendwann aufeinander treffen. So ist es bei mir mit dem Skifahren und dem Nähen passiert. Liegt es da nicht auf der Hand das passende Ski-Outfit selbst zu nähen? Meine Erfahrungen mit gekaufter Outdoorkleidung und was sie mit bunten Müllsäcken auf sich hat, habe ich im vorherigen Post schon angesprochen. Da nehme ich das Thema lieber selbst in die Hand.


 

Einige Fragen sich sicherlich, warum es ausgerechnet ein Onesie sein muss? Haben doch die 80er Jahre zu Hochzeiten von "Fire & Ice" ordentliche Fashion-Kopfschmerzen verursacht. Danach ist zur Freude Vieler der Einteiler in der Versenkung verschwunden. Aber der One-Piece Suit hat einen unschlagbaren Vorteil vor allem im Tiefschnee: man bleibt auf alle Fälle trocken. Außerdem ist die Klamotte im Nu abgestimmt, kein Mix und Match der Ski Jacke und Hose mehr. Einfach reinspringen und los geht's auf die Piste.



Ein Schnittmuster für einen Onesie, der nicht aus der Zeit gefallen ist, gibts natürlich nicht zu kaufen, für Outdoorprojekte noch weniger. Die 80er-Jahre Nostalgiker haben da mehr Glück, hier gibt's einen Schnitt von Green Pepper. Die Nachbildung der Bogner-Retro Kollektion stand für mich jedoch außer Frage.

Ich musste also selbst tätig werden. Mit Draping-Tape und Schnittmusterpapier bewaffnet habe ich den Schnitt meiner alten Burton Jacke und meiner Skihose abgenommen. Damit hatte ich schonmal einen guten Ausgangspunkt. Die Jacke habe ich noch etwas optimiert und etwas mehr Weite für Bewegungsfreiheit und diverse Kleidungsschichten eingearbeitet. Meine alte Skihose hat allerdings zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt und ich hab kurzer Hand eine Männer-Boardshorts als Schnittmuster Inspiration verwendet. Noch ein paar Zentimeter in der Länge an die Hosenbeine dran,  ein paar Taschen und Spezialfeatures und fertig war der Overall.

Diese Features durften auf keinen Fall am Onesie fehlen:

- Kapuze mit Verstärkung und Verstellung
- Kinnschutz aus Fleece
- Skipasstasche
- geräumige Hosentaschen
- Klettverschlüsse zur Weitenverstellung an den Ärmeln
- Schnitt- und Abriebschutz an den Hosenbeinen
- Innentasche fürs Handy
- Belüftungs-Zipper
 




 



Zuerst habe ich alles am Nesselmodell ausprobiert und den Schnitt fertig gestellt. Damit habe ich ein zweites Probemodell aus einem festeren Stoff, was in meinem Fall eine ausrangierte IKEA-Gardine war, ein weiteres mal genäht. Ich hatte einfach Bammel, dass bei dem Goretex-Stoff irgendetwas schief geht wegen letzten Fehlern im Schnitt oder irgendetwas anderem, was ich nicht 100%ig zu Ende gedacht habe.
So wusste ich am Ende auch, in welcher Reihenfolge ich vorgehen muss. Denn ganz trivial ist das Ganze leider nicht. Alle Nähte müssen am Ende mit Seamtape abgedichtet sein.

Normalerweise bin ich nicht so penibel bei der Nähvorbereitung. So manches mal habe ich es bereut. Dieses mal nicht und ich überlege tatsächlich, ob ich es nicht öfter so machen sollte. Die gute Vorbereitung hat mir wirklich SEHR viel Frust beim Nähen erspart und es lief einfach wie am Schnürchen. Der Einteiler war in einer Woche genäht und mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.

Falls du jetzt Lust bekommen hast Outdoorkleidung zu nähen, habe ich noch diesen Post für dich. Dort findetst du hilfreiche Tipps zu Verarbeitung und Material.

Ski Heil!

* Julia


Verlinkt bei MeMadeMittwoch.