Sommer, Sonne, Lieblingskleid – Die geheimen Details

Mein ganzer Stolz ist zur Zeit dieses Sommerkleid, das ich nur aus Stoffresten genäht habe. Die ausführliche Fotostrecke habe ich in meinem letzten Blogpost gezeigt und bereits einige verwendete Techniken wie die Verarbeitung einer Corsage mit Spiralfedern oder zum Beispiel der nahtverdeckte Reißverschluss aufgezählt.

In diesem Blogpost lüfte ich das Geheimnis um die Details und zeige euch, wie mein Kleid in aufwändiger Arbeit entstanden ist und auch wie es von innen aussieht.

Das Schnittmuster

Die Basis für dieses Kleid ist das Schnittmuster #122 aus der Burda 05/2011 und dieser kleine Berg von Stoffresten:

Das Schnittmuster habe ich zunächst mit einem Nesselmodel auf meine Figur angepasst. Als ich alle Änderungen übertragen hatte, konnte es dann losgehen mit dem eigentlichen Design. Dazu habe ich auf dem Probestück mit Bleistift eine Unterteilung aufgemalt, die möglichst gut die Rundungen zur Geltung bringt bzw. der Figur schmeichelt.

Das Muster habe ich dann auf den Schnitt übertragen und es in die einzelnen Stücke zerschnitten. Allerdings habe ich ziemlich schnell bemerkt, dass gleich völliges Chaos entsteht, wenn ich noch weiter schneide. Denn ihr könnt euch vorstellen, wenn plötzlich nur noch Dreiecke und andere kleine Fitzel vor einem liegen, dass man gar nicht mehr weiß, was zusammengehört. Deshalb musste ich mir erst noch ein System überlegen, wie ich alles wieder richtig zusammenfinde. Die Lösung: Passzeichen aus Kreisen, Quadraten und unterschiedlich vielen Strichen.

Das Zusammenpuzzlen

Alles Stoffteile habe ich mit einem Organza unterlegt, nicht nur damit ich die Nahtzugaben besser kontrollieren kann, sondern auch weil alle Stoffe aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Ich habe beispielsweise Baumwollstoffe mit Stretchanteil verwendet (Blumenmuster), verschieden Futterstoffe (rot und hellrosa) und unterschiedliche Satins, teilweise dehnbar. Mit Hilfe der Einlage war es möglich das Verhalten einigermaßen zu kontrollieren.

Allerdings hat sich die Arbeit so auch verdoppelt, denn alles habe ich erst einmal zusammengeheftet, dann vernäht und dann die Heftfäden wieder herausgezogen. Hier habe ich übrigens eine Fischgrätenzange als das ultimative Nähwerkzeug entdeckt – einfach die bessere Pinzette wenns um Heftfäden geht. Man hat viel mehr Kraft, weil die Zange breiter ist.

Die Korsage

Verstärkte Cups mit einer Wattierung und Spiralfedern, die von innen auf das Futter genäht wurden, sorgen dafür, dass alles an optimaler Stelle sitzt.

Zu guter letzt wurde noch ein Taillenband eingenäht. Dieses legt sich um die engste Stelle des Oberkörpers und wird mit einem BH-Verschluss geschlossen bevor man den Reißverschluss des Kleides schließt. Darauf finden dann auch die Spiralfedern halt und nun kann auch das Kleid nicht mehr nach unten rutschen. Genial oder?

Ich hoffe euch hat der Einblick in das Kleid gefallen.

Lieben Gruß,
* Julia

Verlinkt bei Freutag & Nadelfein.

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1 Comment

  1. Mai 3, 2016 / 1:58 pm

    Wow das ist wirklich ein tolles Kleid, die Farben einfach herrlich schön.
    So eine "Bastelei" (nicht so umfangreich wie Dein Kleid) hatte ich auch mit meinem Mondrian-Kleid (http://www.lady-petite.de/2013/09/how-to-hommage-yves-saint-laurent-dress.html) allerdings waren meine Näh-Kenntnisse nicht im entfersten mit Deinen zu vergleichen. Jedenfalls kann ich Deinen Ehrgeiz an diesem Kleid nachvollziehen und ich denke, trotzt der vielen Arbeit, hast Du sicher genau soviel Spaß & Freude daran gehaben, wie ich damals, denn es ist einfach ein herrliches Gefühl, wie sich die Idee nach und nach in ein tragbares und schönes Kleidungstück verwandelt 😉 Drück Dir die Daumen für die Reise, es gibt meiner Meinung nach kein Zweifel. Du hättest es Verdient! LG Anita

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