Powderdays im Ski Onesie

Den Winter verbringe ich am liebsten auf Skiern. Da habe ich auch kein Problem damit, wenn es kalt ist und es schneit ohne Ende. Was in der Stadt eher nervig werden kann, bedeutet für mich auf dem Berg, je mehr umso besser.

Bei mehr als einem Hobby bleibt es dann nicht aus, dass sie irgendwann aufeinander treffen. So ist es bei mir mit dem Skifahren und dem Nähen passiert. Liegt es da nicht auf der Hand das passende Ski-Outfit selbst zu nähen? Meine Erfahrungen mit gekaufter Outdoorkleidung und was sie mit bunten Müllsäcken auf sich hat, habe ich im vorherigen Post schon angesprochen. Da nehme ich das Thema lieber selbst in die Hand.

 

Einige Fragen sich sicherlich, warum es ausgerechnet ein Onesie sein muss? Haben doch die 80er Jahre zu Hochzeiten von „Fire & Ice“ ordentliche Fashion-Kopfschmerzen verursacht. Danach ist zur Freude Vieler der Einteiler in der Versenkung verschwunden. Aber der One-Piece Suit hat einen unschlagbaren Vorteil vor allem im Tiefschnee: man bleibt auf alle Fälle trocken. Außerdem ist die Klamotte im Nu abgestimmt, kein Mix und Match der Ski Jacke und Hose mehr. Einfach reinspringen und los geht’s auf die Piste.

Ein Schnittmuster für einen Onesie, der nicht aus der Zeit gefallen ist, gibts natürlich nicht zu kaufen, für Outdoorprojekte noch weniger. Die 80er-Jahre Nostalgiker haben da mehr Glück, hier gibt’s einen Schnitt von Green Pepper. Die Nachbildung der Bogner-Retro Kollektion stand für mich jedoch außer Frage.

Ich musste also selbst tätig werden. Mit Draping-Tape und Schnittmusterpapier bewaffnet habe ich den Schnitt meiner alten Burton Jacke und meiner Skihose abgenommen. Damit hatte ich schonmal einen guten Ausgangspunkt. Die Jacke habe ich noch etwas optimiert und etwas mehr Weite für Bewegungsfreiheit und diverse Kleidungsschichten eingearbeitet. Meine alte Skihose hat allerdings zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt und ich hab kurzer Hand eine Männer-Boardshorts als Schnittmuster Inspiration verwendet. Noch ein paar Zentimeter in der Länge an die Hosenbeine dran,  ein paar Taschen und Spezialfeatures und fertig war der Overall.

Diese Features durften auf keinen Fall am Onesie fehlen:

– Kapuze mit Verstärkung und Verstellung
– Kinnschutz aus Fleece
– Skipasstasche
– geräumige Hosentaschen
– Klettverschlüsse zur Weitenverstellung an den Ärmeln
– Schnitt- und Abriebschutz an den Hosenbeinen
– Innentasche fürs Handy
– Belüftungs-Zipper

 

 

 

 

 

 

Zuerst habe ich alles am Nesselmodell ausprobiert und den Schnitt fertig gestellt. Damit habe ich ein zweites Probemodell aus einem festeren Stoff, was in meinem Fall eine ausrangierte IKEA-Gardine war, ein weiteres mal genäht. Ich hatte einfach Bammel, dass bei dem Goretex-Stoff irgendetwas schief geht wegen letzten Fehlern im Schnitt oder irgendetwas anderem, was ich nicht 100%ig zu Ende gedacht habe.
So wusste ich am Ende auch, in welcher Reihenfolge ich vorgehen muss. Denn ganz trivial ist das Ganze leider nicht. Alle Nähte müssen am Ende mit Seamtape abgedichtet sein.

Normalerweise bin ich nicht so penibel bei der Nähvorbereitung. So manches mal habe ich es bereut. Dieses mal nicht und ich überlege tatsächlich, ob ich es nicht öfter so machen sollte. Die gute Vorbereitung hat mir wirklich SEHR viel Frust beim Nähen erspart und es lief einfach wie am Schnürchen. Der Einteiler war in einer Woche genäht und mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.

Falls du jetzt Lust bekommen hast Outdoorkleidung zu nähen, habe ich noch diesen Post für dich. Dort findetst du hilfreiche Tipps zu Verarbeitung und Material.

Ski Heil!

* Julia

Verlinkt bei MeMadeMittwoch.

Folge:

24 Kommentare

  1. März 15, 2017 / 12:09 pm

    Liebe Julia, das ist ja der Knüller! So Toll! Viel Spass im Tiefschnee.
    LG Sybille

    • März 15, 2017 / 2:27 pm

      Danke, Sybille! Ich hoffe ja, dass es nochmal ordentlich schneit in den Alpen.
      LG Julia

  2. März 15, 2017 / 2:23 pm

    Wie cool! Und dann noch ein Einteiler, ach ich bin schwer begeistert. Hut ab, dass Du Dir diese Wahnsinnsarbeit gemacht hast. Doch es sieht super aus und Du hast es jetzt genauso wie Du es brauchst. Liebe Grüße von Ina

    • März 15, 2017 / 2:29 pm

      Hallo Ina,
      danke für den schönen Kommentar. Es hat auf jeden Fall ausgezahlt! Alle anderen wurden ganz schön Nass bei der ein oder anderen Abfahrt.
      Liebe Grüße,
      Julia

  3. März 15, 2017 / 3:51 pm

    Sensationelles Teil….Hut ab!!! Wir haben in dem Fall die selben Hobbies….Nähen und Skifahren. Ich wünsche Dir viele schöne Abfahrten mit Deinem g**len Overall. LG aus dem Hochschwarzwald, Martina

    • März 18, 2017 / 10:07 am

      Danke! Schön noch eine Skifahrerin hier zu treffen 🙂
      Liebe Grüße,
      Julia

  4. März 15, 2017 / 5:05 pm

    Oh WOW!
    Ich bin nicht so der Schneefan, aber so würd sogar ich mich in die Berge trauen.
    KLASSE!
    Liebe Grüße,
    Sandra

    • März 18, 2017 / 10:08 am

      Na dann bin ich mal gespannt, ob ich dich demnächst mit einem Onesie dort treffe 😉
      Liebe Grüße,
      Julia

  5. März 15, 2017 / 5:38 pm

    Ich bin echt sprachlos. Der absolute Oberhammer was du da gezaubert hast! Das macht dir so schnell keiner nach.

    Liebe Grüße,
    Anna

    • März 18, 2017 / 10:10 am

      Danke liebe Anna! Vielleicht sehe ich im nächsten Winter ja die ein oder andere im selbstgemachten Schneeoutfit.
      Liebe Grüße,
      Julia

  6. März 15, 2017 / 6:43 pm

    vom Skifahren habe ich ja null Ahnung, aber dein Anzug gefällt mir ausgesprochen gut! Und vielen Dank für Deine Tips zumn Nähen mit Outdoorstoffen in Deinem letzten Blogpost. Denn eine Regenjacke plane ich auch noch für dieses Frühjahr!
    LG Barbara

    • März 18, 2017 / 10:11 am

      Liebe Barbara,
      Schnee ist zugegebenermaßen nicht jedermanns Lieblingselement. Aber freut mich, dass dir meine Tipps zur Regenjacke helfen. Ich wünsche dir gutes Gelingen. Melde dich gerne bei Fragen 🙂
      Liebe Grüße,
      Julia

  7. März 15, 2017 / 9:48 pm

    Starkes Teil und Hut ab vor so viel Fleißarbeit im Vorwege. Aber du hast Recht, es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
    LG Astrid

    • März 18, 2017 / 10:12 am

      Danke, liebe Astrid. Ich bin echt super happy mit dem Teil.

  8. März 16, 2017 / 7:02 am

    Anorak habe ich auch schon mal genäht, aber einen wetterfesten, funktionsdichten Skioverall? Alle Achtung! Bis man das das sämtliche Zubehör gekauft hat, wo liegt man das preislich eigentlich?
    Liebe Grüße
    Petra

    • März 18, 2017 / 10:15 am

      Liebe Petra,
      na dann hast du ja schon die halbe Strecke gemeistert zur funktionsdichten Jacke. Bei meinem Overall lag ich ca. bei 150-170€. Da sind auch ein bisschen Try- und Error Extrakosten drin ;). Eine Jacke sollte allerdings nur die Hälfte kosten, da du keine 3,5m Stoff brauchst und weniger von den teuren wasserdichten Reißverschlüssen.
      Liebe Grüße,
      Julia

  9. März 17, 2017 / 5:45 am

    Soso schick dein Overall! Und dann auch noch praktisch, einfach toll.
    Dass du zwei Probeteile gemacht hast kann ich gut verstehen, bei selbstgebastelten Schnitten schleicht sich ja doch gern mal der ein oder andere Denkfehler ein 😉
    LG Petra

  10. März 17, 2017 / 7:50 am

    Einfach der reine Wahnsinn! Mensch Julia, ich flippe fast aus. Während ich bei deinem Post über die einzelnen Arbeitsschritte klar festgelegt habe, mir diese Arbeit nicht anzutun, komme ich hier grad erheblich ins Schwanken. Vorallem finde ich deine Idee, einen Onezie zu wählen, einfach nur genial. Es würde mich nicht wundern, wenn zur kommenden Saison die ersten Onezie im Laden hängen. Ich denke fast, du setzt mit deinem coolen Teil einen Trend. Ich hoffe du hast dein Label öffentich angenäht, damit die Skifahrer beim Liftanstehen mal lunschen konnten. Danke auch für deine Skibilder. Bis zur kommenden Saison ist es ja gar nicht mehr lange hin. Dennoch genug Zeit über ein Nachahmen nachzudenken.
    Großes Kompliment für deine Arbeit, deine Idee und deine Post.
    Liebe Grüße Birgit

    • März 20, 2017 / 11:37 am

      Liebe Birgit,
      ich bin extra ein paar Abfahrten für dich mitgefahren 😉 Ging ganz gut in dem Onesie. Die gibts übrigens schon in den Läden, nur bei den Preisen wird einem echt schwindelig. Bis zu 1000€ und mehr. Das ist echt verrückt. Da lohnt sich das selbermachen in mehrfacher Hinsicht. Ich kanns dir nur empfehlen, zumal du ja ein gutes Nähtempo hast.
      Liebe Grüße,
      Julia

  11. März 20, 2017 / 8:34 pm

    Das sind eindeutig die höheren Weihen des Selbermachens. Sehr, sehr großartig!
    Viel Spaß noch warm und trocken im Schnee!
    LG, Bele

  12. März 21, 2017 / 8:54 am

    Was für ein tolles Teil!!! Deine Liebe zum Detail, die perfekte Verarbeitung. Das bewundere ich sehr.

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